Kfz-Versicherung verstehen: Haftpflicht, Teilkasko & Vollkasko
Aktualisiert am 20.11.2025 · BobbyCheck Redaktion
Ohne Kfz-Versicherung fährt in Deutschland kein Auto legal auf der Straße. Die Kfz-Haftpflicht ist Pflicht – Teilkasko und Vollkasko sind freiwillige Erweiterungen. In diesem Ratgeber erfährst du, welche Varianten es gibt, was sie leisten und worauf du beim Abschluss achten solltest.
1. Kfz-Haftpflicht – die Pflichtversicherung
Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben. Sie zahlt Schäden, die du mit deinem Fahrzeug anderen zufügst – zum Beispiel an fremden Autos, Gebäuden oder Personen.
Typische Leistungen:
- Personenschäden (z. B. Heilbehandlung, Schmerzensgeld, Rentenzahlungen).
- Sachschäden (z. B. Reparatur oder Wiederbeschaffung eines Fahrzeugs).
- Vermögensschäden, die aus einem Unfall entstehen.
Wichtig: Schäden an deinem eigenen Auto sind über die Haftpflicht nicht abgesichert – dafür brauchst du eine Kasko-Versicherung.
2. Teilkasko – Schutz vor bestimmten Schäden am eigenen Auto
Die Teilkaskoversicherung ergänzt die Haftpflicht und schützt dein eigenes Fahrzeug gegen bestimmte Risiken. Je nach Tarif sind u. a. versichert:
- Diebstahl des Fahrzeugs oder von fest eingebauten Teilen.
- Brand, Explosion, Kurzschluss an der Verkabelung.
- Sturm, Hagel, Überschwemmung, Blitzschlag (Elementarschäden je nach Tarif).
- Glasbruch (z. B. Windschutzscheibe).
- Tierschäden (z. B. Marderbiss; oft inkl. Folgeschäden).
Unfallschäden, die du selbst verschuldest, sind in der Teilkasko nicht abgedeckt – hier kommt die Vollkasko ins Spiel.
3. Vollkasko – der umfassendste Schutz
Die Vollkaskoversicherung enthält alle Leistungen der Teilkasko und zusätzlich:
- Schäden am eigenen Fahrzeug nach selbst verschuldeten Unfällen.
- Schäden durch mut- oder böswillige Beschädigung (Vandalismus).
Besonders sinnvoll ist Vollkasko bei:
- Neuwagen oder jungen Gebrauchten mit hohem Wert.
- Finanzierten oder geleasten Fahrzeugen.
- Fahrzeughaltern, die auf das Auto besonders angewiesen sind.
4. Selbstbeteiligung: Wie viel Risiko übernimmst du selbst?
Sowohl in Teilkasko als auch in Vollkasko kannst du eine Selbstbeteiligung vereinbaren – zum Beispiel 150 € in der Teilkasko und 300 € in der Vollkasko. Das bedeutet:
- Du trägst kleinere Schäden selbst.
- Der Versicherer übernimmt den Rest – abzüglich deiner Selbstbeteiligung.
Vorteil: Mit Selbstbeteiligung sind die Beiträge meist spürbar günstiger. Wähle aber nur eine Höhe, die du im Schadenfall wirklich problemlos bezahlen kannst.
5. Schadenfreiheitsklasse (SF), Typklasse & Regionalklasse
Der Beitrag deiner Kfz-Versicherung hängt von mehreren Faktoren ab:
- Schadenfreiheitsklasse (SF): Je länger du unfallfrei fährst, desto günstiger wird in der Regel dein Beitrag.
- Typklasse: Gibt an, wie häufig ein bestimmtes Fahrzeugmodell statistisch in Unfälle verwickelt ist oder gestohlen wird.
- Regionalklasse: Hängt vom Zulassungsbezirk ab – Regionen mit vielen Schäden haben meist höhere Einstufungen.
Dazu kommen persönliche Merkmale wie Fahrzeugalter, jährliche Fahrleistung, Fahrerkreis und Abstellort (Garage vs. Straße).
6. Sinnvolle Zusatzbausteine
Viele Versicherer bieten optionale Zusatzleistungen an, z. B.:
- Schutzbrief: Pannen- und Abschleppdienst, teils mit Mietwagen- oder Hotelkosten.
- Fahrerschutz: Deckt Personenschäden des Fahrers ab, wenn dieser den Unfall selbst verursacht.
- Rabattretter / Rabattschutz: Verhindert oder begrenzt eine Rückstufung der SF-Klasse nach einem Schaden.
- Mallorca-Police: Erhöht den Versicherungsschutz bei Mietwagen im Ausland.
Nicht jeder Baustein ist für jede Person sinnvoll – überlege, was du wirklich brauchst und vergleiche die Mehrkosten.
7. Kfz-Versicherung wechseln: Wann lohnt sich das?
Ein Wechsel der Kfz-Versicherung kann sich lohnen, wenn:
- du ein anderes Fahrzeug kaufst oder dein Auto deutlich im Wert gesunken ist,
- dein Versicherer die Beiträge erhöht,
- du mit Service oder Leistungen unzufrieden bist.
Meist ist ein Wechsel zum Ende des Versicherungsjahres möglich (oft identisch mit dem Kalenderjahr). Bei Beitragserhöhungen oder Fahrzeugwechsel besteht häufig ein Sonderkündigungsrecht.
8. Spartipps bei der Kfz-Versicherung
- Jährliche Zahlungsweise wählen (statt monatlich) – oft günstiger.
- Nur tatsächlich nutzende Fahrer eintragen – größere Fahrerkreise sind teurer.
- Jährliche Fahrleistung realistisch, aber nicht zu hoch angeben.
- Vergleichen, ob ein Wechsel von Vollkasko zu Teilkasko nach ein paar Jahren sinnvoll ist.
Fazit: Den passenden Schutz individuell wählen
Die Kfz-Haftpflicht ist Pflicht – wie weit du deinen Schutz mit Teil- oder Vollkasko ausbaust, hängt von deinem Fahrzeugwert, deinem Sicherheitsbedürfnis und deinem Budget ab. Wichtig ist, dass du Leistungen und Beitrag als Gesamtpaket betrachtest und regelmäßig prüfst, ob dein Tarif noch zu dir passt.
Mit einem Kfz-Versicherung-Vergleich kannst du verschiedene Angebote transparent gegenüberstellen und sehen, welche Kombination aus Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko für dich sinnvoll ist.