Stromtarife verstehen: Arbeitspreis, Grundpreis & Tarifarten
Aktualisiert am 20.11.2025 · BobbyCheck Redaktion
Stromtarife wirken auf den ersten Blick kompliziert: Arbeitspreis, Grundpreis, Abschläge, Boni und Preisgarantie. Wenn du die wichtigsten Begriffe kennst, ist ein Tarifvergleich aber gar nicht so schwer.
1. Arbeitspreis und Grundpreis – das steckt dahinter
Ein Stromtarif besteht fast immer aus zwei Komponenten:
- Arbeitspreis (ct/kWh): Du zahlst pro verbrauchter Kilowattstunde.
- Grundpreis (€/Monat oder €/Jahr): Ein fester Betrag, der unabhängig vom Verbrauch anfällt.
Je höher dein Verbrauch, desto wichtiger ist der Arbeitspreis. Bei sehr geringem Verbrauch fällt der Grundpreis mehr ins Gewicht.
2. Laufzeit, Kündigungsfrist und Verlängerung
Viele Stromverträge haben eine bestimmte Mindestlaufzeit, z. B. 12 oder 24 Monate. Achte dabei auf:
- Kündigungsfrist: Wie viele Wochen vor Ablauf musst du kündigen?
- Vertragsverlängerung: Was passiert, wenn du nicht kündigst – automatische Verlängerung?
- Flexible Tarife: Manche Anbieter bieten monatlich kündbare Verträge an.
Je flexibler der Tarif, desto besser kannst du auf Preisänderungen reagieren.
3. Preisgarantie – aber welche genau?
Eine Preisgarantie klingt erst mal super – aber es gibt Unterschiede:
- Vollpreisgarantie: Arbeitspreis und Grundpreis sind komplett garantiert (ausgenommen gesetzliche Abgaben).
- Eingeschränkte Garantie: Nur Teile des Preises sind garantiert, Steuern und Umlagen können sich ändern.
Prüfe im Vertrag, wie lange die Garantie gilt und was genau eingeschlossen ist. Eine längere Garantie gibt dir mehr Planungssicherheit.
4. Bonuszahlungen und Lockangebote
Viele Tarife werben mit Neukundenboni oder einmaligen Gutschriften. Wichtig:
- Oft wird der Bonus erst nach 12 Monaten Vertragslaufzeit vollständig ausgezahlt.
- Verlängerst du den Vertrag, kann der Tarif im zweiten Jahr deutlich teurer sein.
Schau dir deshalb sowohl den Preis im ersten Jahr als auch die Kosten ohne Bonus an. Ein Vergleichsrechner hilft dir dabei.
5. Ökostrom-Tarife: wirklicher Mehrwert oder nur Label?
Ökostrom-Tarife basieren meist auf Energie aus erneuerbaren Quellen wie Wind-, Wasser- oder Solarenergie. Allerdings gibt es Unterschiede:
- Manche Tarife nutzen nur Zertifikate, ohne dass wirklich zusätzliche grüne Energie produziert wird.
- Andere Anbieter investieren aktiv in neue Anlagen oder fördern Ausbauprojekte.
Wenn dir Nachhaltigkeit wichtig ist, lohnt sich ein Blick auf Label und Herkunftsnachweise des Anbieters.
6. Welche Tarifart passt zu dir?
Typische Tarifvarianten sind z. B.:
- Grundversorgung: Standardtarif des örtlichen Versorgers – meist vergleichsweise teuer.
- Wahltarif mit Laufzeit: Häufig günstiger als Grundversorgung, aber mit Bindung.
- Flex-Tarif: Kürzere Laufzeit oder monatliche Kündbarkeit, dafür oft etwas höherer Preis.
Wenn du seit Jahren nichts an deinem Tarif geändert hast, lohnt sich ein Vergleich fast immer.
Fazit: Tarife vergleichen lohnt sich fast immer
Wer seine Stromrechnung senken will, sollte nicht nur auf Werbeversprechen achten, sondern Arbeitspreis, Grundpreis, Laufzeit und Garantie im Blick behalten.
Mit einem Stromtarif-Vergleich findest du schnell heraus, welche Anbieter in deinem Postleitzahlgebiet interessant sind.